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Textschnipsel aus "Die Panschs"

Träume
Es bietet sich einfach keine Gelegenheit, so einen Garten zu pachten.
So spazieren sie am Wochenende mit dem Kinderwagen durch den Ort. Auch am Hotel „Stadt Dresden“ vorbei, der angesagtesten Lokalität von Sebnitz. Es ist ein später Nachmittag mit viel Publikum vor dem Haus. Eine Stimmung, geprägt von Freude auf viel Musik und aufs Tanzen. Dazu musternde Blicke zum anderen Geschlecht und das Abwägen auf Heimwegsbegleitchancen.
Rena schiebt mit Mutterstolz den Kinderwagen in Schlängellinien an den Wartenden vorbei. Sie steht als junge verheiratete Frau über diesem Paarungs- oder Balzgeschehen. Ihr Rock wippt bei diesen Drehungen. Das sieht nicht ungut aus. Rank und schlank ist sie wieder und ihre Augen schauen zufrieden und glücklich. Sie hat Horst und die kleine Anja, ihre Familie. Sie streift ihren Ehemann, der jetzt wieder neben ihr geht, über den Arm. Der bemerkt es nicht, seine Gedanken sind weit fort.
Er hatte Burkhard Heller, den Bandleader, entdeckt. Ihm schien es so, als hätte der ihn komisch angeschaut oder sogar mit einem mitleidigen Blick. Nur ganz kurz. Dann verschwand sein Saxofon mit ihm im lila Anzug zum sonnabendlichen Schwof durch die große Eingangstür. Als schrille ein überlauter Wecker in der Früh, so fühlt sich Horst. Irgendwie, als wäre er wieder im früheren Leben angekommen. Er spürt diese Gespanntheit und die Vorfreude auf die Musik und die Bewegung. Das belanglose Reden, das Lachen, das Schauen auf die Frauen. Ja, so war es, es war seine Jugend. Soll das alles vorbei sein?