Storyboard
"Die Panschs"

Rena - Die Sanfte, die Starke, die Übersehene
Rolle im Roman
Rena ist der emotionale Ursprung der Geschichte. Sie steht für Wärme, Fürsorge, Verletzlichkeit
und für die Frauen der DDR, die früh Verantwortung übernehmen mussten.
Rena ist warmherzig, pflichtbewusst, sensibel, anpassungsbereit, emotional loyal,
wenig selbstbewusst, aber innerlich stark.
Textauszug Buchseite 11
Die Abendsonne spielt mit den Wassertropfen des Marktbrunnens. Auf der Bank nahe dem Wasser sitzt ein junges blondes Mädchen. Hübsch anzusehen, im adretten roten Kleid mit weißen Punkten. Ihr lockiges Haar wird von einem roten Band gehalten, ebenfalls mit winzigen weißen Pünktchen.
Es ist Rena. Achtzehn Jahre jung, frisch ausgelernte Friseuse. Sie wartet auf Horst. Hoffentlich biegt er bald um die Ecke, damit sie ihm sagen kann, was ihr auf der Seele brennt und sie gleichzeitig frösteln lässt. Im nächsten Moment denkt sie, es ihm gar nicht zu sagen. So ist der Zwiespalt.
Endlich sieht sie ihn. Horst marschiert mit Gleichgesinnten zum „Stadt Dresden“, Zigarette in der Hand. Sie unterhalten sich laut und lachen. „Mist“, denkt Rena. „Er ist nicht allein und die Zeit drängt. Ich muss es ihm sagen, sonst ist alles zu spät.“
Horst tritt die Zigarette aus, befördert den Rest mit einem Schwung in die Schnittgerinne, schaut zum Marktplatz und lächelt. Er hat Rena erkannt. Dieses Kleid in signalrot gibt es nur einmal in Sebnitz. Er lässt die anderen zum Eingang ziehen, wartet einen knatternden Trecker ab, überquert die Straße und schließt Rena in die Arme. Stolz ist er schon, dass diese Hübsche seine Freundin ist. Der 25-Jährige gilt als schnieker junger Mann, hat eine gute Arbeit als Schlosser bei der „Abus“, ist ein guter Tänzer und Unterhalter, also sehr passabel als Freund und vielleicht mehr.
Rena genießt die Umarmung. Doch sie besinnt sich. Sie sind allein, niemand hört mit. Also beginnt sie leise und stockend. „Ich..bin..schwanger.“ Kehlig klingen die drei Worte. In ihren großen braunen Augen glitzern Tränen. Nein, bloß das nicht, nicht weinen. Horst drückt sie fest an sich und nach nur ein paar Sekunden flüstert er: „Mach dir keine Sorgen, wir heiraten, ist doch klar.“