top of page

Storyboard

Textschnipsel aus "Die Panschs"

52553793074_f7a03445e5_b.jpg

Rena

Die Abendsonne spielt mit den Wassertropfen des Marktbrunnens. Ein paar Spatzen zanken sich um den besten Platz für ein erquickliches Bad. Auf der Bank nahe dem Wasser sitzt ein junges blondes Mädchen. Hübsch anzusehen, im adretten roten Kleid mit weißen Punkten. Ihr lockiges Haar wird von einem roten Band gehalten, ebenfalls mit winzigen weißen Pünktchen. Die Wärme der gemauerten Brunnenbrüstung scheint sie nicht zu spüren. Sie reibt sich über die bloßen Oberarme und schaut gebannt zur Schandauer Straße.

Es ist Rena. Achtzehn Jahre jung, frisch ausgelernte Friseuse. Sie wartet auf Horst. Hoffentlich biegt er bald um die Ecke, damit sie ihm sagen kann, was ihr auf der Seele brennt und sie gleichzeitig frösteln lässt. Im nächsten Moment denkt sie, es ihm gar nicht zu sagen. So ist der Zwiespalt.

Endlich sieht sie ihn. Horst marschiert mit Gleichgesinnten zum „Stadt Dresden“, Zigarette in der Hand. Sie unterhalten sich laut und lachen. „Mist“, denkt Rena. „Er ist nicht allein und die Zeit drängt. Ich muss es ihm sagen, sonst ist alles zu spät.“

bottom of page