Storyboard
"Die Panschs"

Anja - Das Kind zwischen den Welten
Rolle im Roman
Anja ist das emotionale Zentrum. Durch ihre Augen sieht man
die Folgen der Entscheidungen der Erwachsenen
Textauszug Buchseite 11
Jetzt könnte Anja aber kommen, die ist beim Lieblingsessen doch stets überpünktlich.
Anja taucht nicht auf. Stunde um Stunde verrinnt. Oma und Opa suchen abwechselnd nach der Enkelin. Auch keiner der Nachbarn hat sie gesehen. Sepp läuft zur „Abus“, er will Horst nach der Frühschicht abpassen. Gemeinsam gehen beide noch mal alle Wege ab, die Anja gegangen sein könnte und ihre Lieblingsplätze auch. Genügend Zeit für die Beichte von Horst, dass Rena und er sich trennen. Die Scheidung ist beschlossen und im September ist Termin. Beide haben neue Partner und Rena geht weg aus der Stadt. Sepp sagt bis zu dieser Offenbarung nichts. Dann nur die eine Frage, was dann mit Anja geschehen wird.
Erwachsene sind die eine Seite, aber dass Kinder alle diese Eskapaden ausbaden müssen, das macht ihn traurig.
Oben im Garten an der Heiligen Leite, hinter dem Kaninchenstall sitzt ein zitterndes Häufchen Elend. Anja hat sich verkrochen. Sie kann das alles nicht verstehen, geschweige dann einordnen. Heute nach Schulschluss hat sie ihre Mutter Rena gesehen und die hat einen anderen Mann geküsst.
„Mutti hat mich nicht mehr lieb. Deshalb will ich nicht mehr nach Hause.“ Sie schluchzt und fasst nun nach Opa Sepps Hand. Seine Stimme ist pure Beruhigung für das Mädchen und dazu diese Worte: „Anja, schau mich mal an, du hast sicher großen Hunger. Wir gehen jetzt zu Oma Frida und essen ihre prima Eierkuchen. Danach sieht die Welt ganz anders aus.“